Die Energiewende braucht die Verkehrswende

Die SPD-Landtagsfraktion will die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern stärker mit der Verkehrswende verknüpfen. Deshalb fordern die Sozialdemokraten in einem gemeinsamen Landtagsantrag der Koalitionsfraktionen, das prognostizierte Verkehrswachstum so weit wie möglich vom Energieverbrauch zu entkoppeln. Hierzu erklären der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rudolf Borchert und der verkehrspolitische Sprecher, Jochen Schulte:

Rudolf Borchert: „Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende muss auch der Verkehrssektor einen wesentlichen Beitrag leisten. In Deutschland ist der Verkehr für rund 20% der CO2-Emissionen verantwortlich, über ein Viertel der Energie fließt in den Verkehrsbereich. Um die CO2-Minderungsziele zu erreichen, müssen auch in M-V die Emissionen des Verkehrssektors deutlich reduziert und konsequent die notwendigen Umstrukturierungen in der Energie- und Infrastrukturbereitstellung vorgenommen werden.

Die SPD-Landtagsfraktion setzt sich mit ihrer Landtagsinitiative für eine Verkehrswende in M-V ein, die Mobilität mit weniger Verkehr verbindet und die auf umweltfreundlichere und energiesparende Verkehrsträger setzt. So sollen neben den Maßnahmen der Verkehrsvermeidung und verlagerung alternative Antriebe und Kraftstoffe, wie Elektromobilität, synthetisches Erdgas sowie Wasserstoff und Brennstoffzellenantriebe verstärkt zur Anwendung kommen. Hier gilt es seitens des Bundes und des Landes, die sich mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ergebenden Möglichkeiten im Verkehrsbereich zu nutzen.“

Jochen Schulte: „Für ein auch in der Zukunft leistungsfähiges Verkehrssystem sind innovative und nachhaltige Mobilitätskonzepte im Verkehrsbereich notwendig. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass dem Land künftig weniger Mittel für den Verkehr zur Verfügung stehen werden, die Bevölkerungsentwicklung rückläufig ist und die Verschiedenartigkeit der einzelnen Landesteile sowohl in der Bevölkerungsentwicklung als auch in der -struktur weiter zunehmen wird.

Um die auch künftig zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich im Interesse der Fahrgäste nutzen zu können, ist es erforderlich, dass die jeweiligen Stärken und Schwächen der einzelnen Verkehrsmittel vor dem Hintergrund der Sicherung einer bestmöglichen Mobilität für weite Teile der Bevölkerung Maßstab für deren Einsatz und ihre Verknüpfung sein muss.

Wer über die nächsten Jahre hinaus auch in der Zukunft landesweit ein angemessenes, ökologisch und ökonomisch vernünftiges Verkehrsangebot sowohl im Schienen- als auch im Busverkehr bereitstellen will, wird auch im übertragenen Sinn bereit sein müssen, das eine oder andere ausgefahrene Gleis zu verlassen.”