Neue wirtschaftliche Perspektiven durch Erneuerbare Energien für unser strukturschwaches Land

Der Landtag beschäftigte sich heute mit der energiepolitischen Konzeption des Landes bis zum Jahr 2025. Hierzu erklärt der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rudolf Borchert:

„Das Landesenergiekonzept stärkt die Vorreiterrolle Mecklenburg-Vorpommerns beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und ist eine wichtige strategische Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Ich freue mich deshalb sehr über die breite parlamentarische Mehrheit für das Konzept.

Die SPD-Fraktion begrüßt ausdrücklich das darin formulierte Ziel, die Stellung Mecklenburg-Vorpommerns als Energieexportland auszubauen und bis zum Jahr 2025 24,3 Terrawattstunden und damit ca. 6,5 % des zukünftigen Strombedarfs in Deutschland bereit zu stellen. Das bedeutet eine Verdreifachung des in MV erzeugten Stromes aus Erneuerbaren Energien gegenüber dem Jahr 2014.

Ich bin schon sehr verwundert, dass ausgerechnet der Vorsitzende des Unternehmensverbandes MV, Herr Wilken, dies Zielsetzung als zu hoch und zu riskant bewertet. Seine Befürchtung, wir hätten für den Ausbau nicht die benötigten Netze, ist nicht nachvollziehbar. Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass die benötigten Netze bis 2025 vorhanden sind.

Für uns ist klar, der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein Jobmotor und die wirtschaftspolitische Chance für unser Land. Bereits jetzt sind in diesem Bereich ca. 14.000 Beschäftigte in rund 500 Unternehmen tätig. Der Gesamtumsatz beträgt etwa vier Milliarden Euro jährlich. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, welche neuen wirtschaftlichen Perspektiven ein strukturschwaches Land wie Mecklenburg-Vorpommern durch die Energiewende hat.

Diese Chancen gilt es, seitens der Landespolitik entschlossen zu nutzen und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Dazu gehört vor allem die Gründung einer Landesenergieagentur als Koordinierungsstelle und Informationsplattform, der synchrone Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur.

Zudem muss bei der Umsetzung der energiepolitischen Konzeption besondere Priorität auf eine gerechte und transparente Verteilung der Kosten der Energiewende einschließlich des erforderlichen Netzausbaus gelegt werden.“