DDR-Doping gut erforscht

Zur heutigen Anhörung im Innenausschuss des Landtags zum Grünen-Antrag „Doping und Zwangsdoping in den drei Nordbezirken der DDR historisch aufarbeiten“ erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rudolf Borchert:

„Wir haben eine sehr gute und informative Anhörung erlebt. Dabei ist durch mehrere Sachverständige nochmals das erschreckende Ausmaß des DDR-Staatsdopings vor allem auch mit Blick auf missbrauchte Kinder und Jugendliche deutlich geworden. Diverse Studien haben seit der Wende die zentrale Steuerung des Leistungssports und des Dopings in der DDR wissenschaftlich belegt.

Gerade diese gute Erforschung des Themas Doping macht es aus unserer Sicht nicht erforderlich, ein auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt des Landes zu initiieren und personell zu finanzieren. Erwägenswert wäre hingegen der vom Bildungsminister ins Spiel gebrachte Vorschlag, dass die Hochschulen das Thema aufgreifen und wissenschaftlich begleiten. So könnten spezielle Erkenntnisse über das Dopingsystem in den drei Nordbezirken der DDR gewonnen werden.

Meine Fraktion wird die Anhörung nun intensiv auswerten und die Ergebnisse in einer weiteren Sitzung des Innenausschusses beraten. Ich bin zuversichtlich, dass der Ausschuss seine Stellungnahme so frühzeitig fertigstellt, dass der Landtag darüber im November oder spätestens im Dezember abschließend entscheiden kann.”