Auch selbstherrliches Agieren der großen Sportverbände hat Misstrauen derMenschen geschürt

Zum Ausgang des Referendums für eine Olympia-BewerbungHamburgs für das Jahr 2024 erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rudolf Borchert:

„Auch wenn ich sehr enttäuscht über das Ergebnis bin, war es richtig, die Hamburgerinnen und Hamburger über die AustragungOlympischer und Paralympischer Spiele in ihrer Stadt entscheiden zu lassen. Nun herrscht für alle Seiten Klarheit und die Verantwortlichenkönnen sich den Bewerbungsmarathon sparen.

Um das Hamburger Konzept ist es schade. Denn mit seiner Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeitwäre es ein bauliches und finanzielles Kontrastprogramm zu den Olympischen Spielen der jüngsten Vergangenheit gewesen. Auch für denLeistungssport in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist das Votum ein herber Rückschlag mit negativer Langzeitwirkung. Olympia in Hamburgwäre insbesondere für unsere Nachwuchsathletinnen und -athleten ein großer Motivationsschub gewesen.

Die Gründe fürdie Ablehnung der Olympia-Bewerbung sind vielschichtig. So zeigt das Ergebnis, wie massiv inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung dieVorbehalte gegen die Durchführung von sportlichen Großereignissen sind. Dieses Misstrauen, haben FIFA, IOC und zuletzt auch der DFB mitihrem selbstherrlichen und undurchsichtigen Agieren erheblich geschürt. Der völkerverbindenden und friedensstiftenden Idee von OlympischenSpielen oder auch Fußballweltmeisterschaften haben sie damit einen Bärendienst erwiesen.

Alle, denen der Sport am Herzen liegt,sollten jetzt die richtigen Schlüsse ziehen. Ehrlicher Sport und faire Wettkämpfe begeistern nach wie vor im Kleinen und im Großen dieMassen.“