M-V beim Zubau von Windkraft an Land nur noch auf Platz 9

Der Bundesverband WindEnergie e.V. und der Fachbereich Windenergie im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau haben heute die Jahreszahlen der deutschen Windenergie an Land für 2015 bekanntgegeben. Hierzu erklärt der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rudolf Borchert:

„Das Jahr 2015 war mit 3.535,8 Megawatt Netto-Ausbau das zweitstärkste Jahr für den Onshore-Windenergieausbau in Deutschland. Für Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen aber eher ernüchternd. Denn mit einem Zubau von 68 Windenergieanlagen und einer neu installierten Leistung von 193 Megawatt sind wir nur noch auf dem neunten Platz im Ländervergleich.

Die Zahlen belegen, dass von einem Wildwuchs und einer überdurchschnittlichen Belastung nicht die Rede sein kann. Sie verdeutlichen aber auch, dass wir in M-V unsere Anstrengungen verstärken müssen, um unsere energie- und wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen.

Eine der Ursachen für den geringen Zubau 2015 liegt darin, dass Flächen fehlen aufgrund von Verzögerungen bei den Teilfortschreibungen der Regionalen Raumentwicklungsprogramme. Damit wird deutlich, dass der Schlüssel für den Ausbau der Windenergie an Land rechtssicher vorgeplante Flächen sind. Die Vorarbeit für die Regionalplanung benötigt ebenso Zeit, wie das sich anschließende Genehmigungsverfahren der Einzelprojekte.

Mit dem Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz setzen wir hier an und sorgen für eine größere Akzeptanz von Windkraft an Land. Damit können zukünftig wieder mehr Flächen generiert werden.

Weitere Gefahr für die Onshore-Windkraft droht durch den Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der sich von den verbindlichen Ausbaupfaden löst. Deshalb ist der ‚Wismarer Appell‘ der fünf norddeutschen Ministerpräsidenten von enormer Bedeutung. Wir brauchen mehr Windkraft damit die Energiewende nicht ins Stocken gerät. Und wir müssen unsere Klimaschutzanstrengungen steigern, um den historischen Beschlüssen der Pariser Weltklimakonferenz gerecht zu werden.

Das alles verdeutlicht, der Ausbau der erneuerbaren Energien ist kein Selbstläufer und Mecklenburg-Vorpommern steht dabei im harten Wettbewerb mit den anderen Bundesländern.“