Dopingaufarbeitung ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz

Der Landtag hat heute eine gemeinsame Entschließung der Fraktionen von SPD, CDU und Die Linke zum Antrag „Doping und Zwangsdoping in den drei Nordbezirken der DDR historisch aufarbeiten“ beschlossen. Hierzu erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rudolf Borchert:

„Es ist wichtig und richtig, dass sich der Landtag in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema Doping beschäftigt hat. Vor allem die umfangreiche Anhörung im Innenausschuss vor einigen Wochen hat nochmals das erschreckende Ausmaß des DDR-Staatsdopings vor allem auch mit Blick auf missbrauchte Kinder und Jugendliche aufgezeigt.

Das Forschungsfeld ‚Doping in der DDR‘ ist bereits ein breit erforschtes Teilgebiet. Diverse Studien haben seit der Wende die zentrale Steuerung des Leistungssports und des Dopings in der DDR wissenschaftlich belegt. Das zentral gesteuerte DDR-Dopingsystem umfasste selbstverständlich auch die drei Nordbezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Allerdings fehlen spezielle Erkenntnisse über das damalige Dopingsystem in den drei Nordbezirken. Deshalb haben sich die Koalitionsfraktionen dazu entschlossen, im Doppelhaushalt 2016/17 insgesamt 150.000 Euro für die Förderung von Promotionen zu diesem Themenbereich zur Verfügung zu stellen. Wir begrüßen ausdrücklich, dass auch die Linksfraktion sich diesem Vorschlag angeschlossen hat.

Darüber hinaus ist es für meine Fraktion ein großes Anliegen, die Doping-Prävention gerade im Hinblick auf junge Sportlerinnen und Sportler zu verstärken und Aufklärungskampagnen durchzuführen. Hierbei ist der Landessportbund ein wichtiger Partner. Die fast täglich auftauchenden Dopingfälle zeigen in erschreckendem Maße, wie verseucht und gefährlich der Leistungssport ist.

Mit der heutigen Entscheidung im Landtag wollen wir zudem ein deutliches Signal an die in der DDR geschädigten ehemaligen Sportlerinnen und Sportler senden. Für die Betroffenen ist Hilfe und Anerkennung des an ihnen verübten Unrechts wichtig. Daher unterstützen wir die Einrichtung eines Opfer-Hilfsfonds auf Bundesebene in Höhe von zehn Millionen Euro und weitere Initiativen. Zudem wollen wir die Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes als Anlaufstelle für betroffene ehemalige Sportler/innen stärker etablieren.“