M-V deckt rechnerisch 130 Prozent seines Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2015 fast neun Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom aus Erneuerbaren Energien produziert, teilte der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rudolf Borchert, heute in Schwerin mit. Dabei entfällt mit rund 4,9 Milliarden kWh mehr als die Hälfte des erzeugten Stromes auf die Onshore-Windkraft. Es folgen mit etwa 2,3 Milliarden kWh biogene Energieträger wie Biogasanlagen oder biogene Brennstoffe, 1,175 Milliarden kWh auf Photovoltaik und 600 Millionen kWh auf die Offshore-Windkraft.

Die Zahlen beruhen auf Berechnungen Borcherts auf Basis der Daten von der Agentur für Erneuerbare Energien und des statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern über die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen in M-V zum Stichtag 31.12.2015.

„Wir haben nach dieser Stromprognose für 2015 einen Zuwachs bei der Stromproduktion aus sauberen Energiequellen von etwa 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. Mecklenburg-Vorpommern deckt damit rechnerisch mittlerweile rund 130 Prozent seines Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien. Mit diesen Zahlen stehen wir klar an der Spitze aller Bundesländer und bauen unsere Vorreiterrolle bei der Energiewende weiter aus“, verdeutlichte Rudolf Borchert.

„Unser Land bietet alle Voraussetzungen, um zum großen Exporteur von Ökostrom für ganz Deutschland zu werden. Denn spätestens mit der Stilllegung der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2022 muss die saubere Energie von der Küste in die Industrie- und Ballungszentren unserer Republik transportiert werden. Dazu muss endlich der Netzausbau energisch vorangetrieben und als nationale Aufgabe begriffen werden. Die Verfahren müssen schneller, die Abstimmungsprozesse enger und die Kooperationen professioneller werden. Mecklenburg-Vorpommern ist bereit und in der Lage, zum Gelingen der Energiewende beizutragen und Ökostrom in andere Länder zu exportieren.

Vor diesem Hintergrund ist die Energiewende nicht nur klimapolitisch notwendig, sondern auch die wirtschaftspolitische Chance für unser Land. Bereits jetzt sind rund 14.000 meist gut bezahlte Jobs im Bereich der Erneuerbaren Energien entstanden. Mit dem weiteren konsequenten Ausbau besteht erstmalig für unser Land die Möglichkeit, in großem Umfang Wohlstand aus eigener Kraft zu generieren. Wir setzen dabei auf einen Energiemix aus Wind an Land und Offshore, Sonne und biogene Energieträger. Zudem werden wir mit dem Bürgerbeteiligungsgesetz, das der Landtag am 20. April beschließen wird, dafür sorgen, dass auch betroffene Gemeinden und Bürger am Windkraftboom und den Gewinnen beteiligt werden “, so Borchert.