Windstrom aus Mecklenburg-Vorpommern ersetzt von nun an Atomstrom aus Krümmel und Brunsbüttel

Trotz der gestrigen Inbetriebnahme der neuen Stromleitung zwischen Schwerin und Hamburg gibt es deutschlandweit erhebliche Defizite beim Netzausbau. Von 24 im Jahr 2009 als vordringlich eingestuften Projekten haben nach Angaben der Bundesnetzagentur 15 einen Zeitverzug von ein bis fünf Jahren. Darauf weist der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rudolf Borchert hin:

„Die Windsammelschiene ist von hoher nationaler Bedeutung für eine neue Energiepolitik. Denn mit der neuen Stromtrasse zwischen Schwerin und Hamburg gewinnt die Energiewende in Deutschland deutlich an Fahrt. Windstrom aus Mecklenburg-Vorpommern ersetzt von nun an Atomstrom aus Krümmel und Brunsbüttel. Darüber hinaus wird der grüne Strom zukünftig über den Knotenpunkt Krümmel zu den großen Stromabnehmern in Süddeutschland geleitet.
Deshalb ist der 18. Dezember insbesondere für Mecklenburg-Vorpommern ein Tag der Freude. Er ist aber gleichzeitig Verpflichtung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit noch größerer Anstrengung voranzubringen. Dass deutschlandweit 15 als vordringlich eingestufte Projekte einen teils mehrjährigen Zeitverzug aufweisen, ist bedenklich. Der Netzausbau muss endlich als nationale Aufgabe begriffen werden. Denn Windenergie ist insbesondere an Ost- und Nordsee genügend verfügbar, er muss aber auch von der Küste in die Industrie- und Ballungszentren unserer Republik transportiert werden. Hierzu müssen die Verfahren schneller, die Abstimmungsprozesse enger und die Kooperationen professioneller werden. Mecklenburg-Vorpommern ist bereit und in der Lage, die Energiewende voranzutreiben und Ökostrom in andere Länder zu exportieren.“